So läuft der erste Termin bei der Hundephysiotherapie ab
So läuft der erste Termin bei der Hundephysiotherapie ab Du hast für deinen Hund einen Termin bei der Hundephysiotherapie vereinbart und fragst dich, was euch dabei erwartet? Vielleicht ist dein Hund nach einer Operation noch unsicher, bewegt sich zunehmend steif oder soll vorbeugend physiotherapeutisch untersucht werden. Gerade beim ersten Termin nehmen wir uns ausreichend Zeit. Bevor die eigentliche Behandlung beginnt, geht es zunächst darum, deinen Hund, seine Vorgeschichte und seine Bewegungsabläufe kennenzulernen. Auf Grundlage dieser physiotherapeutischen Befundaufnahme entsteht anschließend ein individueller Behandlungsplan.
Muss mein Hund für die Physiotherapie eine Diagnose haben?
Nicht für jeden physiotherapeutischen Termin ist bereits eine konkrete Diagnose erforderlich. Auch Veränderungen wie Steifheit, Muskelabbau, ein auffälliges Gangbild oder eine nachlassende Belastbarkeit können Anlass für eine Untersuchung sein.
Hundephysiotherapie ersetzt jedoch keine tierärztliche Diagnostik. Besonders bei akuten Schmerzen, plötzlicher Lahmheit, neurologischen Ausfällen oder einem schlechten Allgemeinzustand sollte dein Hund zuerst tierärztlich untersucht werden.
Eine gesicherte tierärztliche Diagnose ist insbesondere wichtig:
nach einem Unfall
bei plötzlich auftretender Lahmheit
bei starken oder zunehmenden Schmerzen
vor und nach Operationen
bei Lähmungserscheinungen
bei Verdacht auf einen Bandscheibenvorfall
bei Fieber oder deutlicher Mattigkeit
bei Veränderungen der Blasen- oder Darmkontrolle
Ergeben sich während der physiotherapeutischen Untersuchung Hinweise auf eine bisher ungeklärte Erkrankung, empfehle ich dir eine weitere tierärztliche Abklärung.
Was solltest du vor dem Termin bereithalten?
Vorhandene medizinische Unterlagen helfen dabei, die Behandlung sicher und passend zu planen.
Dazu gehören beispielsweise:
tierärztliche Befundberichte
Operationsberichte
Röntgen-, CT- oder MRT-Befunde
Entlassungsberichte einer Tierklinik
aktuelle Medikamentenpläne
Vorgaben zur Belastungssteigerung
Informationen über bekannte Erkrankungen
frühere physiotherapeutische Berichte
Du musst nicht zwingend jede einzelne Röntgenaufnahme selbst besitzen. Der schriftliche Befund und der Operationsbericht enthalten oft bereits wichtige Informationen.
Nach einer Operation sollte besonders ersichtlich sein, welches Verfahren durchgeführt wurde und welche Belastung aktuell erlaubt ist.
Videos aus dem Alltag können hilfreich sein
Manche Auffälligkeiten treten nur zeitweise auf und sind während des Termins nicht sichtbar. Kurze Videos können dann sehr hilfreich sein.
Du kannst beispielsweise filmen:
das Aufstehen nach einer längeren Ruhephase
das Gehen von vorne, hinten und von der Seite
eine zeitweise auftretende Lahmheit
Schwierigkeiten beim Hinsetzen
das Einsteigen ins Auto
Probleme auf bestimmten Untergründen
Achte beim Filmen auf deine eigene Sicherheit und provoziere keine schmerzhafte Bewegung. Dein Hund muss für ein Video weder Treppen steigen noch springen.
Sollte der Hund vor dem Termin spazieren gehen?
Ein kurzer, ruhiger Spaziergang vor dem Termin ist meist sinnvoll. Dein Hund kann sich lösen und kommt häufig etwas entspannter in die Untersuchung.
Eine lange oder besonders anstrengende Runde solltest du direkt vorher vermeiden. Starke Ermüdung kann das Gangbild verändern und die anschließende Untersuchung unnötig erschweren.
Auch wildes Spielen, Ballwerfen oder intensives Training sollte unmittelbar vor dem Termin nicht stattfinden.
Darf der Hund vor der Behandlung fressen?
Eine große Mahlzeit direkt vor der Behandlung ist ungünstig. Ein voller Magen kann bestimmte Lagerungen und Bewegungen unangenehm machen.
Kleine Mengen Futter oder Leckerlis sind normalerweise kein Problem. Sie können sogar dabei helfen, deinen Hund zu motivieren und die Behandlung positiv zu gestalten.
Wenn dein Hund Allergien oder Unverträglichkeiten hat, kannst du seine gewohnten Leckerlis bereitlegen. So erhält er nichts, was er nicht verträgt.
Muss der Hund besonders ruhig oder gut erzogen sein?
Nein. Dein Hund muss keine bestimmten Kommandos beherrschen und während des gesamten Termins nicht vollkommen stillhalten.
Viele Hunde sind bei fremden Personen zunächst aufgeregt, unsicher oder skeptisch. Manche möchten zuerst Abstand halten, andere suchen sofort Kontakt.
Ich passe das Vorgehen an deinen Hund an. Dazu gehören:
Zeit zum Ankommen
ruhige Kontaktaufnahme
kurze Pausen
möglichst zwangarmes Arbeiten
Rücksicht auf individuelle Grenzen
Anpassung der Untersuchung an die Tagesform
Eine Behandlung sollte nicht zu einem Kräftemessen werden. Zeigt dein Hund deutlichen Stress oder Schmerzen, wird das Vorgehen entsprechend verändert.
Bitte teile mir vor dem Termin mit, wenn dein Hund aus Angst, Unsicherheit oder aufgrund von Schmerzen bereits geschnappt oder gebissen hat. Diese Information dient nicht der Bewertung deines Hundes, sondern ermöglicht eine sichere Vorbereitung.
Der Vorteil eines Hausbesuchs
Bei einer mobilen Hundephysiotherapie findet der Termin in der vertrauten Umgebung deines Hundes statt.
Das bietet mehrere Vorteile:
Dein Hund muss nicht in eine fremde Praxis.
Eine belastende Autofahrt kann entfallen.
Ältere oder bewegungseingeschränkte Hunde müssen weniger transportiert werden.
Dein Hund kann sich in seinem eigenen Tempo annähern.
Alltagsbedingungen lassen sich direkt beurteilen.
Liegeplätze, Treppen und Bodenbeläge können einbezogen werden.
Übungen können dort erklärt werden, wo du sie später ausführst.
Gerade ängstliche, schmerzhafte oder ältere Hunde sind zu Hause häufig entspannter.
Auch im vertrauten Umfeld kann ein Hund auf die ungewohnte Situation zunächst aufgeregt reagieren. Deshalb beginnt der Termin nicht sofort mit einer intensiven körperlichen Untersuchung.
1. Ausführliches Anamnesegespräch
Zu Beginn sprechen wir über die Vorgeschichte deines Hundes.
Dabei geht es unter anderem um:
Alter, Rasse und Gewicht
bekannte Erkrankungen
frühere Verletzungen und Operationen
aktuelle Medikamente
Beginn und Entwicklung der Beschwerden
bisherige Behandlungen
Bewegung im Alltag
sportliche Aktivitäten
Wohnsituation
Verhalten deines Hundes
aktuelle Belastbarkeit
deine persönlichen Beobachtungen
Deine Wahrnehmung ist dabei besonders wichtig. Du siehst deinen Hund täglich und bemerkst oft kleine Veränderungen, die während eines einzelnen Termins nicht auftreten.
Hilfreiche Beobachtungen sind beispielsweise:
Wann läuft dein Hund besonders steif?
Werden die Beschwerden nach Ruhe oder Belastung stärker?
Vermeidet er bestimmte Bewegungen?
Rutscht er häufiger weg?
Hat sich sein Verhalten verändert?
Nutzt er Treppen, Sofa oder Auto anders als früher?
Hat seine Ausdauer abgenommen?
Belastet er ein Bein sichtbar weniger?
2. Betrachtung von Körperhaltung und Muskulatur
Anschließend betrachte ich deinen Hund zunächst möglichst ohne ihn stark zu beeinflussen.
Im Stand können unter anderem auffallen:
ungleichmäßige Gewichtsverteilung
Entlastung eines Beins
veränderte Pfotenstellung
unterschiedliche Muskelentwicklung
Auffälligkeiten der Rückenlinie
asymmetrische Haltung
häufiges Umlagern
Schwierigkeiten, eine Position zu halten
Ein einzelnes Merkmal beweist noch keine bestimmte Erkrankung. Erst das Zusammenspiel aus Vorgeschichte, Haltung, Bewegung und körperlicher Untersuchung ergibt einen sinnvollen Gesamtbefund.
3. Gangbildanalyse
Bei der Gangbildanalyse beobachte ich deinen Hund in Bewegung. Dafür gehen wir je nach Möglichkeit ein kurzes Stück draußen oder nutzen eine geeignete Fläche in der näheren Umgebung.
Beurteilt werden beispielsweise:
Schrittlänge
Belastung der einzelnen Beine
Beweglichkeit der Wirbelsäule
Pfotenplatzierung
Koordination
Gleichmäßigkeit des Bewegungsablaufs
Bewegung von Kopf und Rute
erkennbare Ausweichbewegungen
Der Hund wird meistens im Schritt betrachtet. Je nach Gesundheitszustand kann auch eine kurze Beurteilung im Trab sinnvoll sein.
Nicht jeder Hund muss sämtliche Bewegungen zeigen. Bei Schmerzen, neurologischen Einschränkungen oder nach einer Operation wird die Gangbildanalyse entsprechend angepasst.
4. Physiotherapeutische Untersuchung
Nach der Beobachtung folgt die körperliche Untersuchung. Sie wird ruhig und schrittweise durchgeführt.
Je nach Fragestellung können unter anderem beurteilt werden:
Muskelspannung
Muskelumfang
Schmerzreaktionen
Gelenkbeweglichkeit
Temperaturunterschiede
Schwellungen
Gewebespannung
Beweglichkeit der Wirbelsäule
Empfindlichkeit bestimmter Körperbereiche
Koordination und Körperwahrnehmung
Pfotenstellreaktionen
Nicht jeder Hund lässt jede Untersuchung sofort zu. Der Befund wird deshalb an seine Belastbarkeit und Kooperationsbereitschaft angepasst.
Eine starke Schmerzreaktion wird nicht wiederholt provoziert, um einen Befund zu „beweisen“.
5. Gemeinsame Besprechung des Befundes
Nach der Untersuchung erkläre ich dir, welche Auffälligkeiten sich gezeigt haben.
Dabei besprechen wir beispielsweise:
welche Bereiche schmerzhaft oder verspannt wirken
wo Muskulatur fehlt
welche Bewegungen eingeschränkt sind
welche Ausweichbewegungen erkennbar sind
ob eine tierärztliche Abklärung erforderlich ist
welche Behandlungsziele sinnvoll erscheinen
wie du den Alltag deines Hundes anpassen kannst
Du erhältst keine unnötig komplizierte Sammlung medizinischer Fachbegriffe. Mir ist wichtig, dass du verstehst, was bei deinem Hund auffällt und warum bestimmte Maßnahmen empfohlen werden.
6. Die erste Behandlung
Sofern keine Gründe dagegensprechen, beginnt bereits beim ersten Termin eine auf den Befund abgestimmte Behandlung.
Je nach Zustand des Hundes können dazu gehören:
sanfte manuelle Techniken
Behandlung verspannter Muskulatur
passive Bewegungsübungen
Maßnahmen zur Schmerzlinderung
physikalische Anwendungen
erste aktive Übungen
Übungen zur Körperwahrnehmung
Anleitung zur sicheren Unterstützung im Alltag
Nicht jede Behandlungsmethode eignet sich für jeden Hund. Die Auswahl richtet sich nach Diagnose, Schmerzen, Heilungsphase und Reaktion des Hundes.
Bei einem Hund kurz nach einer Operation sieht die erste Behandlung anders aus als bei einem Senior mit chronischen Beschwerden oder einem gesunden Hund im präventiven Check-up.
Bekommt dein Hund Übungen für zu Hause?
Wenn es zum aktuellen Befund passt, zeige ich dir erste Übungen für den Alltag.
Diese werden so ausgewählt, dass du sie sicher und ohne besondere Geräte durchführen kannst. Dabei sind wenige passende Übungen meist sinnvoller als ein umfangreiches Programm, das den Hund überfordert.
Du erfährst:
wie die Übung korrekt ausgeführt wird
wie häufig sie stattfinden soll
wie viele Wiederholungen sinnvoll sind
woran du eine Überforderung erkennst
wann du die Übung abbrechen solltest
welche Bewegungen aktuell vermieden werden sollten
Die Übungen werden im weiteren Verlauf angepasst. Ein Trainingsplan sollte sich mit den Fähigkeiten und der Heilung des Hundes entwickeln.
Was passiert nach dem ersten Termin?
Nach der Befundaufnahme lässt sich besser einschätzen, ob und in welchen Abständen weitere Behandlungen sinnvoll sind.
Das hängt unter anderem ab von:
Diagnose
Stärke der Beschwerden
Heilungsphase
Alter
Muskelzustand
Belastbarkeit
Operationsverfahren
Reaktion auf die Behandlung
deinen Möglichkeiten für das Training zu Hause
Manche Hunde benötigen zunächst engere Termine. Bei anderen reichen größere Abstände und ein angepasstes Übungsprogramm.
Es gibt keine allgemeine Terminanzahl, die für jeden Hund gleichermaßen sinnvoll ist.
Wie reagiert ein Hund nach der Physiotherapie?
Viele Hunde wirken nach der Behandlung entspannt oder müde. Manche schlafen anschließend besonders tief.
Möglich sind außerdem:
vorübergehende Müdigkeit
leichter Muskelkater nach neuen Übungen
veränderte Bewegungsfreude
gesteigertes Ruhebedürfnis
kurzfristig empfindlichere Muskulatur
Starke Schmerzen, eine deutliche Verschlechterung der Lahmheit oder neue neurologische Symptome sind keine normale Reaktion. In diesem Fall solltest du Kontakt aufnehmen und deinen Hund gegebenenfalls tierärztlich untersuchen lassen.
Nach dem Termin ist meist ein ruhiger Tagesverlauf sinnvoll. Anstrengende Spaziergänge, wildes Toben oder intensives Training sollten nicht unmittelbar folgen.
Wie lange dauert der erste Termin?
Für den ersten Termin wird mehr Zeit als für eine gewöhnliche Folgebehandlung benötigt. Anamnese, Gangbildanalyse, körperliche Untersuchung, Befundbesprechung und erste Behandlung sollen ohne unnötigen Zeitdruck stattfinden.
Wie lange die einzelnen Abschnitte dauern, hängt auch von deinem Hund ab. Ein aufgeregter oder ängstlicher Hund benötigt möglicherweise mehr Pausen. Bei starken Einschränkungen wird die Untersuchung bewusst kürzer und schonender gestaltet.
Wann ist ein physiotherapeutischer Check-up sinnvoll?
Ein Termin kann nicht nur bei einer bekannten Erkrankung sinnvoll sein.
Eine physiotherapeutische Untersuchung kann auch infrage kommen:
bei älteren Hunden
vor dem Einstieg in Hundesport
bei Veränderungen des Gangbilds
nach längerer Inaktivität
bei wiederkehrender Steifheit
bei nachlassender Leistungsfähigkeit
bei sichtbaren Muskelunterschieden
nach abgeschlossener tierärztlicher Behandlung
zur Anpassung eines Trainingsplans
Dabei gilt weiterhin: Physiotherapie dient nicht dazu, ungeklärte akute Erkrankungen zu überdecken. Auffällige Befunde werden bei Bedarf tierärztlich abgeklärt.
Fazit: Der erste Termin schafft die Grundlage
Beim ersten Termin geht es nicht darum, möglichst viele Behandlungstechniken in kurzer Zeit anzuwenden. Zunächst muss verstanden werden, welche Beschwerden bestehen, wie sich dein Hund bewegt und welche Unterstützung er tatsächlich benötigt.
Eine ausführliche Anamnese, Gangbildanalyse und körperliche Untersuchung bilden die Grundlage für eine individuelle Behandlung.
Im vertrauten Zuhause kann dein Hund dabei in seinem eigenen Tempo ankommen. Gleichzeitig lassen sich Übungen und Veränderungen direkt an euren Alltag anpassen.
Mobiler Ersttermin in Bispingen und Umgebung
Du möchtest deinen Hund physiotherapeutisch untersuchen lassen oder benötigst nach einer Diagnose beziehungsweise Operation fachliche Unterstützung?
Als mobile Hundephysiotherapeutin besuche ich euch in Bispingen, Soltau, im Heidekreis und in den umliegenden Landkreisen. Die Untersuchung und Behandlung finden in der vertrauten Umgebung deines Hundes statt.
Vorhandene tierärztliche Befunde, Operationsberichte und Medikamentenpläne kannst du gerne zum Termin bereitlegen.
Vereinbare jetzt einen Termin für die physiotherapeutische Erstbehandlung deines Hundes.
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information. Bei akuten Schmerzen, plötzlicher Lahmheit, neurologischen Ausfällen oder einem schlechten Allgemeinzustand ist zunächst eine tierärztliche Untersuchung erforderlich.
© Pfoten.Fit. Hundephysiotherapie Denise Balazs
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Ein Teil der Fotos wurde von © Deborah Schultz Fotografie erstellt und bearbeitet.
