Physikalische Therapien beim Hund: Wärme, Kälte, Laser und weitere Verfahren

Physikalische Therapien nutzen natürliche oder technisch erzeugte Reize wie Wärme, Kälte, Licht, elektrische Ströme, Schallwellen oder elektromagnetische Felder. In der Hundephysiotherapie können sie eingesetzt werden, um Schmerzen zu beeinflussen, Muskelspannungen zu regulieren, die Beweglichkeit zu unterstützen oder Heilungs- und Rehabilitationsprozesse zu begleiten. Welche Anwendung sinnvoll ist, hängt immer von der Diagnose, dem Gewebezustand, der Heilungsphase und dem allgemeinen Gesundheitszustand des Hundes ab. So kann Wärme bei chronisch verspannter Muskulatur angenehm sein, während sie bei einer akuten Entzündung oder frischen Verletzung ungeeignet sein kann. Physikalische Anwendungen sollten deshalb nicht allein aufgrund eines Symptoms wie „mein Hund läuft steif“ ausgewählt werden.

11/28/20247 min read

closeup of black dog
closeup of black dog

Was gehört zu den physikalischen Therapien?

In der Hundephysiotherapie werden unter anderem folgende Verfahren eingesetzt:

  • Wärmetherapie

  • Kältetherapie

  • Photobiomodulation beziehungsweise Low-Level-Lasertherapie

  • Elektrotherapie

  • therapeutischer Ultraschall

  • Magnetfeldtherapie

  • Hydrotherapie

  • Stoßwellentherapie

  • uvm.

Die Verfahren unterscheiden sich deutlich in ihrer Wirkungsweise, wissenschaftlichen Studienlage und ihren möglichen Einsatzbereichen.

Welche Ziele können physikalische Therapien verfolgen?

Abhängig von der gewählten Methode können mögliche Therapieziele sein:

  • Schmerzen beeinflussen

  • Muskelverspannungen reduzieren

  • Durchblutung verändern

  • Schwellungen begrenzen

  • Gelenkbeweglichkeit unterstützen

  • Wundheilung begleiten

  • Nerven und Muskulatur stimulieren

  • Muskelabbau entgegenwirken

  • die Vorbereitung auf aktive Übungen erleichtern

  • die Regeneration nach Belastungen unterstützen

Eine physikalische Anwendung ist jedoch selten eine vollständige Behandlung. Meist ist sie Teil eines umfassenderen Therapieplans aus tierärztlicher Schmerztherapie, manueller Behandlung, aktivem Training, Gewichtsmanagement und Anpassungen im Alltag.

Wärmetherapie beim Hund

Wärme wird in der Hundephysiotherapie vor allem bei chronischen Beschwerden und muskulären Verspannungen eingesetzt.

Mögliche Anwendungsformen sind:

  • warme Kompressen

  • Körner- oder Wärmekissen

  • heiße Rolle

  • Rotlicht

  • warme Packungen

  • warmes Wasser

Wie kann Wärme wirken?

Wärme kann die oberflächliche Durchblutung erhöhen, die Dehnfähigkeit von Gewebe beeinflussen und entspannend auf die Muskulatur wirken. Viele Hunde empfinden eine vorsichtig dosierte Wärmeanwendung als angenehm.

Mögliche Einsatzbereiche sind:

  • chronische Muskelverspannungen

  • Steifheit bei degenerativen Erkrankungen

  • Vorbereitung auf Massage oder Mobilisation

  • altersbedingte Bewegungseinschränkungen

  • chronische Rückenbeschwerden

  • muskuläre Überlastungen ohne akute Entzündung

Wärme kann die Ursache einer Erkrankung nicht beseitigen. Sie kann jedoch dabei helfen, bestimmte Beschwerden vorübergehend zu reduzieren und den Hund auf weitere therapeutische Maßnahmen vorzubereiten.

Wann sollte Wärme nicht eingesetzt werden?

Wärme ist unter anderem ungeeignet bei:

  • akuten Entzündungen

  • frischen Verletzungen

  • deutlichen Schwellungen

  • Blutungen

  • Fieber

  • akuten Infektionen

  • gestörter Temperaturwahrnehmung

  • deutlich beeinträchtigter Durchblutung

  • ungeklärten Umfangsvermehrungen

  • Bereichen mit Verdacht auf Tumorerkrankungen

Auch bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder allgemein geschwächten Hunden muss die Anwendung besonders vorsichtig erfolgen.

Worauf ist bei Wärmeanwendungen zu achten?

Wärme sollte immer angenehm und niemals heiß sein. Zwischen Wärmequelle und Haut gehört eine schützende Stoffschicht. Während der gesamten Anwendung muss kontrolliert werden, wie der Hund reagiert.

Anzeichen für eine zu starke Wärmeeinwirkung können sein:

  • Unruhe

  • verstärktes Hecheln

  • Wegdrehen oder Aufstehen

  • gerötete Haut

  • Abwehr bei Berührung

Der Hund sollte die Möglichkeit haben, sich der Wärme zu entziehen. Wärmekissen dürfen nicht unbeaufsichtigt verwendet werden, da Verbrennungen auch bei scheinbar moderaten Temperaturen entstehen können.

Kältetherapie beim Hund

Kälte wird vor allem in akuten Situationen und zur Begrenzung von Schmerzen, Schwellung oder Entzündungsreaktionen eingesetzt.

Mögliche Anwendungsformen sind:

  • Kühlkompressen

  • mit Stoff umwickelte Kühlpacks

  • gekühlte Gelauflagen

  • kontrollierte lokale Kälteanwendungen

Wie kann Kälte wirken?

Kälte führt zu einer vorübergehenden Verengung oberflächlicher Blutgefäße und kann Stoffwechselaktivität, Nervenleitung und Schmerzempfinden beeinflussen.

Mögliche Einsatzbereiche sind:

  • frische Verletzungen

  • akute Reizzustände

  • Schwellungen

  • Nachbehandlung bestimmter Operationen

  • akute Sehnen- oder Gelenküberlastungen

  • Reaktionen nach ungewohnt starker Belastung

Ob Kälte nach einer Operation eingesetzt werden soll, richtet sich nach dem Eingriff und den Anweisungen der behandelnden Tierarztpraxis.

Wann darf Kälte nicht angewendet werden?

Besondere Vorsicht beziehungsweise eine Kontraindikation besteht bei:

  • gestörter Sensibilität

  • Durchblutungsstörungen

  • offenen oder schlecht versorgten Hautverletzungen

  • ausgeprägter Kälteempfindlichkeit

  • bestimmten neurologischen Erkrankungen

  • sehr geschwächten oder unterkühlten Hunden

Ein Kühlpack darf niemals direkt auf die Haut gelegt werden. Zu starke oder zu lange Kälte kann Haut und Gewebe schädigen.

Low-Level-Lasertherapie beim Hund

Die Low-Level-Lasertherapie wird auch als Photobiomodulation bezeichnet. Dabei wird Licht einer bestimmten Wellenlänge und Energie in das Gewebe eingebracht. Die Wirkung beruht nicht primär auf einer Erwärmung, sondern auf lichtabhängigen biologischen Reaktionen in den Zellen.

Wann kann Lasertherapie eingesetzt werden?

Abhängig von Diagnose, Gerät und Dosierung kann Photobiomodulation begleitend eingesetzt werden bei:

  • Arthrose

  • schmerzhaften Gelenkerkrankungen

  • Muskel- und Sehnenbeschwerden

  • bestimmten Wundheilungsstörungen

  • Narbenbehandlungen

  • Rückenbeschwerden

  • postoperativer Rehabilitation

  • lokalen Reizzuständen

  • ausgewählten neurologischen Erkrankungen

Für einige Anwendungsbereiche, insbesondere für Schmerzen und Funktion bei Arthrose, liegen positive Studienergebnisse vor. Die Studien verwenden jedoch unterschiedliche Geräte, Wellenlängen, Energiedichten und Behandlungsprotokolle. Ergebnisse lassen sich deshalb nicht ohne Weiteres auf jedes Lasergerät und jede Erkrankung übertragen.

Wovon hängt die Wirkung einer Laserbehandlung ab?

Entscheidend sind unter anderem:

  • Wellenlänge

  • Leistung des Geräts

  • abgegebene Energiemenge

  • Größe der behandelten Fläche

  • Pigmentierung und Fell

  • Tiefe des Zielgewebes

  • Behandlungsdauer

  • Häufigkeit der Anwendungen

  • Diagnose und Heilungsphase

Mehr Leistung oder eine längere Anwendung bedeutet nicht automatisch eine stärkere oder bessere Wirkung. Eine ungeeignete Dosierung kann unwirksam sein oder das Gewebe unnötig belasten.

Wann darf nicht gelasert werden?

Laserlicht darf niemals direkt in die Augen gelangen. Während der Anwendung müssen alle anwesenden Personen und – abhängig vom Gerät – auch der Hund einen geeigneten Augenschutz tragen.

Nicht beziehungsweise nur nach ausdrücklicher fachlicher Abwägung sollte behandelt werden:

  • über den Augen

  • bei ungeklärten Umfangsvermehrungen

  • über bekannten oder vermuteten Tumoren

  • über aktiven Blutungen

  • im Bereich der Gebärmutter bei Trächtigkeit

  • über bestimmten hormonell aktiven Organen

  • bei fehlender Diagnose einer akuten schmerzhaften Veränderung

Die genauen Sicherheitsregeln hängen von Laserklasse, Gerät und Herstellerangaben ab.

Elektrotherapie beim Hund

Bei der Elektrotherapie werden kontrollierte elektrische Impulse über Elektroden auf der Haut abgegeben. Je nach Stromform und Einstellung können unterschiedliche Ziele verfolgt werden.

Zwei häufig verwendete Bereiche sind:

  • TENS: transkutane elektrische Nervenstimulation zur Beeinflussung von Schmerzen

  • NMES beziehungsweise EMS: neuromuskuläre elektrische Stimulation zur Aktivierung von Muskulatur

TENS zur Schmerzbehandlung

TENS kann eingesetzt werden, um die Weiterleitung und Verarbeitung von Schmerzreizen zu beeinflussen. Dabei werden Elektroden in Abhängigkeit von der Schmerzregion und dem Therapieziel angebracht.

Die Anwendung kann beispielsweise bei bestimmten chronischen Schmerzen oder muskulären Beschwerden in einen umfassenden Behandlungsplan integriert werden.

Neuromuskuläre Elektrostimulation

Bei der neuromuskulären Stimulation werden Muskelkontraktionen durch elektrische Impulse ausgelöst.

Mögliche Ziele sind:

  • Aktivierung geschwächter Muskulatur

  • Unterstützung nach längerer Ruhigstellung

  • Verzögerung von Muskelabbau

  • Anbahnung von Muskelaktivität bei neurologischen Einschränkungen

  • Ergänzung aktiver Übungen

Eine elektrisch ausgelöste Muskelkontraktion ersetzt jedoch kein funktionelles Bewegungstraining. Für Kraft, Koordination und Belastbarkeit bleibt aktive Bewegung ein zentraler Bestandteil der Rehabilitation.

Wann darf Elektrotherapie nicht eingesetzt werden?

Elektrotherapie ist unter anderem ungeeignet beziehungsweise besonders kritisch bei:

  • Herzschrittmachern oder anderen elektronischen Implantaten

  • Anwendung über dem Herzen

  • Epilepsie, abhängig von Region und Stromform

  • Trächtigkeit im Bauch- und Beckenbereich

  • Tumorerkrankungen im Behandlungsgebiet

  • akuten Blutungen

  • Thrombosen

  • schweren Durchblutungsstörungen

  • deutlich gestörter Sensibilität

  • Hauterkrankungen im Bereich der Elektroden

  • unklaren akuten Schmerzen

Die Elektroden müssen vollständig aufliegen. Das Fell und die Hautbeschaffenheit können die Reizübertragung beeinflussen. Eine unsachgemäße Anwendung kann unangenehm sein oder Hautreizungen verursachen.

Therapeutischer Ultraschall beim Hund

Beim therapeutischen Ultraschall werden Schallwellen in das Gewebe übertragen. Je nach Einstellung können thermische und nichtthermische Effekte entstehen.

Der therapeutische Ultraschall ist nicht mit diagnostischem Ultraschall zu verwechseln. Er erzeugt kein Bild, sondern wird als Behandlung eingesetzt.

Mögliche Einsatzbereiche

Therapeutischer Ultraschall wird unter anderem diskutiert bei:

  • chronischen Sehnenbeschwerden

  • Narben- und Bindegewebsveränderungen

  • eingeschränkter Dehnfähigkeit bestimmter Gewebe

  • Muskelverspannungen

  • ausgewählten Gelenkbeschwerden

Die wissenschaftliche Evidenz für viele veterinärmedizinische Einsatzbereiche ist begrenzt. Die Anwendung sollte deshalb gezielt und nicht allein aufgrund allgemeiner Wirkversprechen erfolgen.

Was muss beachtet werden?

Der Schallkopf muss während der Behandlung kontinuierlich bewegt und über ein geeignetes Kontaktmedium mit der Haut verbunden werden. Eine falsche Dosierung oder ein stillstehender Schallkopf kann zu unerwünschter Erwärmung führen.

Nicht angewendet werden sollte therapeutischer Ultraschall unter anderem:

  • über Augen oder Gehirn

  • über Wachstumsfugen junger Hunde

  • über Tumoren

  • bei akuten Infektionen

  • über Blutungen oder Thrombosen

  • im Bereich trächtiger Gebärmutter

  • über Bereichen mit stark gestörter Sensibilität

  • über bestimmten Bereichen nach Operationen an Wirbelsäule oder Nervensystem

Magnetfeldtherapie beim Hund

Bei der Magnetfeldtherapie werden statische oder pulsierende elektromagnetische Felder eingesetzt. In der Rehabilitation wird überwiegend mit pulsierenden elektromagnetischen Feldern gearbeitet.

Mögliche Einsatzgebiete sind:

  • Arthrose

  • chronische Schmerzen

  • verzögerte Knochenheilung

  • Schwellungen

  • bestimmte postoperative Beschwerden

  • Regeneration von Gewebe

Wie gut ist die Wirkung belegt?

Zur Magnetfeldtherapie beim Hund liegen inzwischen einzelne kontrollierte Studien vor. Einige zeigen mögliche Verbesserungen von Schmerzen, Beweglichkeit oder Gangbild, insbesondere bei Arthrose. Andere Ergebnisse sind weniger eindeutig.

Die Studien unterscheiden sich stark hinsichtlich:

  • Frequenz

  • Feldstärke

  • Anwendungsdauer

  • Behandlungsanzahl

  • Gerätetyp

  • behandelter Erkrankung

Die Magnetfeldtherapie sollte daher als mögliche ergänzende Maßnahme und nicht als sicherer Ersatz für Diagnostik, Schmerzmedikation oder aktive Rehabilitation betrachtet werden.

Besondere Vorsicht besteht bei elektronischen Implantaten, Trächtigkeit, Tumorerkrankungen, Blutungen und ungeklärten akuten Beschwerden. Auch hier müssen die Herstellerangaben des jeweiligen Geräts berücksichtigt werden.

Hydrotherapie beim Hund

Bei der Hydrotherapie werden die physikalischen Eigenschaften des Wassers genutzt. Dazu gehören:

  • Auftrieb

  • Wasserwiderstand

  • hydrostatischer Druck

  • Temperatur

Häufige Anwendungsformen sind:

  • Unterwasserlaufband

  • therapeutisches Schwimmen

  • kontrolliertes Wassertreten

  • Bewegungsübungen im Wasser

Welche Vorteile kann Wassertherapie bieten?

Abhängig von der Wassertiefe kann der Auftrieb das zu tragende Körpergewicht reduzieren. Gleichzeitig bietet Wasser Widerstand und kann dadurch die Muskulatur beanspruchen.

Mögliche Ziele sind:

  • kontrollierter Belastungsaufbau

  • Verbesserung von Muskelkraft und Ausdauer

  • Förderung der Gelenkbeweglichkeit

  • Unterstützung bei Gewichtsreduktion

  • Rehabilitation nach bestimmten Operationen

  • Training bei Arthrose oder neurologischen Erkrankungen

Schwimmen und Unterwasserlaufband sind nicht gleichzusetzen. Beim Schwimmen kann das Gangbild weniger genau kontrolliert werden. Der Bewegungsablauf, die Gelenkbelastung und die körperliche Anstrengung unterscheiden sich deutlich.

Wassertherapie ist nicht automatisch für jeden Hund gelenkschonend. Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Atemwegsprobleme, offene Wunden, Hauterkrankungen, Infektionen, Inkontinenz, Angst vor Wasser und der postoperative Zustand müssen berücksichtigt werden.

Stoßwellentherapie beim Hund

Bei der extrakorporalen Stoßwellentherapie werden mechanische Druckwellen in das Gewebe eingebracht. Sie wird in der Veterinärmedizin unter anderem bei bestimmten Sehnen-, Knochen- und Gelenkerkrankungen eingesetzt.

Mögliche Anwendungsbereiche sind:

  • chronische Sehnenerkrankungen

  • verzögerte Knochenheilung

  • bestimmte Arthrosen

  • ausgewählte Muskel- und Faszienbeschwerden

Die Behandlung kann unangenehm sein und erfordert abhängig von Gerät, Körperregion und Hund möglicherweise eine Sedierung. Sie gehört in fachkundige tierärztliche beziehungsweise spezialisierte therapeutische Hände.

Nicht eingesetzt werden sollte sie unter anderem über Lunge, Gehirn, größeren Nerven und Gefäßen, Tumoren, Wachstumsfugen sowie bei Blutgerinnungsstörungen.

Welche Therapie passt zu welchem Hund?

Die Auswahl erfolgt nicht allein nach der Diagnose. Zwei Hunde mit Arthrose können unterschiedliche Beschwerden, Begleiterkrankungen und Therapieziele haben.

Vor der Anwendung sollten geklärt werden:

  • Was ist die genaue Diagnose?

  • Ist die Erkrankung akut oder chronisch?

  • Besteht eine Entzündung oder Schwellung?

  • Wie stark sind die Schmerzen?

  • Ist die Sensibilität erhalten?

  • Gibt es Herz-Kreislauf- oder neurologische Erkrankungen?

  • Bestehen Tumorerkrankungen oder ungeklärte Veränderungen?

  • Welche Medikamente erhält der Hund?

  • Was ist das konkrete Therapieziel?

  • Wie lässt sich der Behandlungserfolg überprüfen?

Eine Anwendung sollte beendet oder angepasst werden, wenn der Hund Unruhe, Abwehr, zunehmende Schmerzen, Hautreaktionen oder eine Verschlechterung des Gangbildes zeigt.

Physikalische Therapie ersetzt keine Diagnose

Lahmheit, Steifheit, Schmerzen oder Muskelschwäche können sehr unterschiedliche Ursachen haben. Eine Wärmeanwendung oder Laserbehandlung sollte nicht dazu führen, dass eine notwendige Diagnostik verzögert wird.

Vor allem bei folgenden Veränderungen ist zunächst eine tierärztliche Abklärung wichtig:

  • plötzlich auftretende starke Lahmheit

  • vollständige Entlastung einer Gliedmaße

  • starke oder zunehmende Schmerzen

  • Lähmungserscheinungen

  • Fieber

  • deutliche Schwellung

  • Unfall oder Sturz

  • offene Wunden

  • ungeklärte Umfangsvermehrungen

  • deutliche Verschlechterung des Allgemeinzustands

Physikalische Therapien können die tierärztliche Behandlung sinnvoll ergänzen, ersetzen aber keine notwendige Schmerzmedikation, Operation oder Behandlung der Grunderkrankung.

Wie wird der Behandlungserfolg beurteilt?

Der Erfolg sollte nicht nur danach bewertet werden, ob der Hund während der Anwendung entspannt wirkt.

Sinnvolle Verlaufskriterien können sein:

  • leichteres Aufstehen

  • verbessertes Gangbild

  • längere oder gleichmäßigere Belastung

  • geringere Schmerzreaktion

  • verbesserte Gelenkbeweglichkeit

  • Abnahme einer Schwellung

  • bessere Durchführung aktiver Übungen

  • mehr Aktivität im Alltag

  • weniger Probleme nach Ruhephasen

  • stabilere Muskulatur

Fotos, Videos und ein einfaches Verlaufsprotokoll können helfen, Veränderungen objektiver einzuschätzen.

Fazit: Gezielte Ergänzung statt alleinige Behandlung

Wärme, Kälte, Laser, Elektrotherapie, Ultraschall, Magnetfeld- und Wassertherapie bieten unterschiedliche Möglichkeiten, die Rehabilitation eines Hundes zu unterstützen.

Dabei gilt:

  • Nicht jede Anwendung eignet sich für jede Erkrankung.

  • Die richtige Dosierung ist entscheidend.

  • Kontraindikationen müssen vor der Behandlung ausgeschlossen werden.

  • Passive Anwendungen ersetzen kein aktives Training.

  • Die Studienlage ist je nach Verfahren unterschiedlich.

  • Eine Verbesserung sollte anhand konkreter Kriterien überprüft werden.

Am sinnvollsten sind physikalische Therapien, wenn sie gezielt ausgewählt und in ein individuelles Gesamtkonzept integriert werden.

Physikalische Therapien für Hunde in Bispingen und im Heidekreis

Als mobile Hundephysiotherapeutin biete ich ausgewählte physikalische Anwendungen für Hunde in Bispingen, Soltau und im Heidekreis an.

Je nach Diagnose und Befund können unter anderem Wärme- und Kältetherapie, Low-Level-Lasertherapie und Magnetfeldtherapie in die Behandlung integriert werden. Die Anwendung wird individuell an den Gesundheitszustand, die Beschwerden und das Therapieziel Deines Hundes angepasst.

Vorhandene tierärztliche Befunde, Röntgenbilder und Medikamentenpläne kannst Du gerne zum Termin bereithalten.

© Pfoten.Fit. Hundephysiotherapie Denise Balazs

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Ein Teil der Fotos wurde von © Deborah Schultz Fotografie erstellt und bearbeitet.