Kreuzbandriss beim Hund: Symptome, Behandlung und Physiotherapie

Ein Kreuzbandriss gehört zu den häufigsten orthopädischen Erkrankungen des Hundes. Betroffene Hunde lahmen häufig plötzlich auf einem Hinterbein, belasten es nur vorsichtig oder setzen es zeitweise gar nicht mehr auf. Anders als beim Menschen entsteht der Kreuzbandriss beim Hund jedoch häufig nicht ausschließlich durch einen einzelnen Unfall. In vielen Fällen wird das vordere Kreuzband über längere Zeit strukturell geschwächt und reißt zunächst teilweise oder später vollständig. Durch den Funktionsverlust des Kreuzbandes wird das Kniegelenk instabil. Das verursacht Schmerzen, begünstigt Schäden am Meniskus und führt zu fortschreitenden arthrotischen Veränderungen. Eine frühzeitige Diagnose und ein individuell abgestimmter Behandlungsplan sind deshalb besonders wichtig.

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Kreuzbandriss beim Hund: Symptome, Behandlung und Physiotherapie

Ein Kreuzbandriss gehört zu den häufigsten orthopädischen Erkrankungen des Hundes. Betroffene Hunde lahmen häufig plötzlich auf einem Hinterbein, belasten es nur vorsichtig oder setzen es zeitweise gar nicht mehr auf.

Anders als beim Menschen entsteht der Kreuzbandriss beim Hund jedoch häufig nicht ausschließlich durch einen einzelnen Unfall. In vielen Fällen wird das vordere Kreuzband über längere Zeit strukturell geschwächt und reißt zunächst teilweise oder später vollständig.

Durch den Funktionsverlust des Kreuzbandes wird das Kniegelenk instabil. Das verursacht Schmerzen, begünstigt Schäden am Meniskus und führt zu fortschreitenden arthrotischen Veränderungen. Eine frühzeitige Diagnose und ein individuell abgestimmter Behandlungsplan sind deshalb besonders wichtig.

Welche Aufgabe hat das Kreuzband?

Im Kniegelenk des Hundes befinden sich zwei Kreuzbänder:

  • das vordere beziehungsweise kraniale Kreuzband

  • das hintere beziehungsweise kaudale Kreuzband

Beim Hund ist fast immer das vordere Kreuzband betroffen.

Das vordere Kreuzband trägt wesentlich zur Stabilität des Kniegelenks bei. Es begrenzt unter anderem:

  • das Vorschieben des Schienbeins gegenüber dem Oberschenkel

  • die übermäßige Innenrotation des Schienbeins

  • eine Überstreckung des Kniegelenks

Fällt diese stabilisierende Funktion weg, kann sich das Schienbein bei Belastung gegenüber dem Oberschenkelknochen nach vorne verschieben. Diese Instabilität verändert die gesamte Mechanik des Kniegelenks.

Warum reißt das Kreuzband beim Hund?

Beim Menschen tritt ein Kreuzbandriss häufig als akute Sportverletzung auf. Beim Hund handelt es sich dagegen oft um einen degenerativen Prozess.

Das Band verliert allmählich an Stabilität und kann zunächst teilweise einreißen. Eine alltägliche Bewegung, ein Sprung, eine schnelle Wendung oder ein Ausrutschen können anschließend der Moment sein, in dem die bereits vorgeschädigten Fasern weiter oder vollständig reißen.

Mögliche Risikofaktoren sind:

  • individuelle Gelenkform

  • steiler Schienbeinkopf beziehungsweise Tibiaplateauwinkel

  • Fehlstellungen der Hinterbeine

  • Übergewicht

  • chronische Entzündungsprozesse im Knie

  • genetische Veranlagung

  • bestimmte Rassen und Körpergrößen

  • zunehmendes Alter

  • frühere Verletzungen

  • Patellaluxation

  • unzureichende Muskulatur

  • starke oder wiederkehrende Fehlbelastung

Ein Kreuzbandriss kann grundsätzlich bei Hunden jeder Rasse und Größe auftreten.

Welche Hunde sind häufiger betroffen?

Ein erhöhtes Risiko wird unter anderem bei folgenden Rassen beschrieben:

  • Labrador Retriever

  • Golden Retriever

  • Rottweiler

  • Boxer

  • Neufundländer

  • Staffordshire Terrier

  • Mastiffartige Rassen

  • Deutscher Schäferhund

Auch kleine Hunde können betroffen sein. Bei ihnen treten Kreuzbanderkrankungen teilweise gemeinsam mit einer Patellaluxation oder anderen Fehlstellungen des Kniegelenks auf.

Teilriss oder vollständiger Kreuzbandriss

Ein Kreuzband muss nicht sofort vollständig reißen.

Partieller Kreuzbandriss

Bei einem Teilriss sind einzelne Faseranteile noch erhalten. Die Instabilität kann geringer und möglicherweise nicht bei jeder Untersuchung eindeutig feststellbar sein.

Mögliche Symptome sind:

  • wechselnde Lahmheit

  • Steifheit nach Ruhe

  • Beschwerden nach stärkerer Belastung

  • zeitweise Entlastung des Beins

  • Probleme beim Aufstehen

  • zunehmender Muskelabbau

  • wiederkehrende Schmerzphasen

Ein partiell geschädigtes Kreuzband heilt aufgrund seiner Lage und der Bedingungen im Kniegelenk häufig nicht zuverlässig vollständig aus. Der Schaden kann fortschreiten.

Vollständiger Kreuzbandriss

Bei einem vollständigen Riss ist das Knie meist deutlich instabil. Der Hund kann das Bein stark entlasten oder anfangs gar nicht benutzen.

Nach einigen Tagen wird die Gliedmaße möglicherweise wieder vorsichtig aufgesetzt. Das bedeutet nicht, dass das Kreuzband verheilt oder das Gelenk wieder stabil ist.

Welche Symptome verursacht ein Kreuzbandriss?

Das Erscheinungsbild kann abhängig von Teilriss, vollständigem Riss, Körpergröße, Muskulatur und Begleitverletzungen unterschiedlich sein.

Mögliche Anzeichen sind:

  • plötzlich auftretende Hinterhandlahmheit

  • vollständige oder teilweise Entlastung eines Hinterbeins

  • Steifheit nach dem Aufstehen

  • vorsichtiges Aufsetzen der Pfotenspitze

  • Schwierigkeiten beim Hinsetzen und Aufstehen

  • seitlich ausgestelltes Hinterbein im Sitz

  • Vermeidung von Treppen und Sprüngen

  • Probleme beim Einsteigen ins Auto

  • verkürzte Schrittlänge

  • Entlastung beim Stehen

  • Schwellung im Bereich des Kniegelenks

  • Muskelabbau am Oberschenkel

  • vermehrte Belastung des anderen Hinterbeins

  • veränderte Rückenhaltung

  • Schwierigkeiten bei Wendungen

  • hörbares Klicken im Knie

Ein Klickgeräusch kann auf eine Meniskusverletzung hinweisen, muss aber nicht in jedem Fall vorhanden sein.

Warum sitzt ein Hund mit Kreuzbandriss häufig schief?

Beim normalen Sitzen wird das Kniegelenk deutlich gebeugt. Ist diese Bewegung schmerzhaft oder eingeschränkt, stellt der Hund das betroffene Hinterbein häufig seitlich heraus.

Dieses sogenannte positive Sitzzeichen kann auf ein Knieproblem hinweisen, ist aber nicht ausschließlich für einen Kreuzbandriss typisch. Auch Arthrose, Patellaluxation, Schmerzen der Hüfte oder andere Bewegungseinschränkungen können zu einem schiefen Sitz führen.

Welche Rolle spielt der Meniskus?

Zwischen Oberschenkelknochen und Schienbein liegen zwei Menisken. Sie unterstützen die Druckverteilung und Stabilität im Kniegelenk.

Durch die Instabilität nach einem Kreuzbandriss kann besonders der innere Meniskus geschädigt oder eingeklemmt werden.

Mögliche Hinweise sind:

  • plötzliche Verschlechterung der Lahmheit

  • Schmerzen bei Belastung

  • Klicken oder Schnappen im Knie

  • erneute deutliche Lahmheit nach zwischenzeitlicher Besserung

  • Verweigerung der Kniebeugung

Eine Meniskusverletzung kann bereits beim Kreuzbandriss vorliegen oder sich später entwickeln.

Kann auch das zweite Knie betroffen sein?

Ja. Da die Kreuzbanderkrankung beim Hund häufig auf einer degenerativen Veranlagung beruht, kann im weiteren Verlauf auch das Kreuzband des anderen Kniegelenks erkranken.

Zusätzlich wird das zunächst gesunde Hinterbein während der Lahmheits- und Rehabilitationsphase stärker belastet. Ein gesundes Körpergewicht, kontrollierte Bewegung und der Erhalt der Muskulatur beider Hinterbeine sind deshalb besonders wichtig.

Eine Operation des ersten Knies kann die zugrunde liegende Veranlagung des anderen Kreuzbandes nicht beseitigen.

Wie wird ein Kreuzbandriss diagnostiziert?

Die Diagnose beginnt mit einer ausführlichen orthopädischen Untersuchung.

Dabei werden unter anderem beurteilt:

  • Gangbild

  • Belastung des betroffenen Beins

  • Gelenkschwellung

  • Schmerzhaftigkeit

  • Kniebeweglichkeit

  • Muskulatur

  • Stabilität des Kniegelenks

  • mögliche Begleiterkrankungen

Schubladentest

Beim Schubladentest prüft die Tierärztin oder der Tierarzt, ob sich das Schienbein gegenüber dem Oberschenkel ungewöhnlich weit nach vorne verschieben lässt.

Tibiakompressionstest

Bei diesem Test wird die Belastungssituation des Kniegelenks nachgestellt. Ein abnormes Vorschieben des Schienbeins spricht für eine Kreuzbandinstabilität.

Bei sehr angespannten oder schmerzhaften Hunden kann eine leichte Sedierung notwendig sein. Kräftige Muskulatur und Abwehrspannung können die Instabilität sonst verdecken.

Versuche bitte nicht, diese Tests selbst durchzuführen. Eine unsachgemäße Bewegung kann Schmerzen verursachen und das Gelenk zusätzlich belasten.

Was zeigt das Röntgenbild?

Das Kreuzband selbst ist auf einem normalen Röntgenbild nicht zuverlässig darstellbar. Röntgenaufnahmen können jedoch indirekte Hinweise und wichtige Begleitveränderungen zeigen:

  • Gelenkerguss

  • Verdrängung von Fettgewebe

  • Arthrose

  • knöcherne Zubildungen

  • Stellung der Gelenkpartner

  • Veränderungen der Patella

  • andere Knochen- oder Gelenkerkrankungen

Die Aufnahmen sind außerdem wichtig für die Planung bestimmter Operationsmethoden.

Bei unklaren Teilrissen oder Verdacht auf Meniskusschäden können weitere Untersuchungsverfahren wie Ultraschall, Magnetresonanztomografie oder Arthroskopie infrage kommen.

Muss jeder Kreuzbandriss operiert werden?

Nicht jeder Hund wird automatisch operiert. Die Entscheidung hängt von mehreren Faktoren ab:

  • Körpergewicht und Körpergröße

  • Alter

  • Aktivitätsniveau

  • vollständiger oder partieller Riss

  • Ausmaß der Instabilität

  • Schmerzintensität

  • Meniskusschaden

  • bereits vorhandene Arthrose

  • Begleiterkrankungen

  • Fehlstellungen

  • Möglichkeit einer konsequenten Nachsorge

  • individuelle Lebenssituation

Bei größeren, aktiven Hunden und deutlicher Gelenkinstabilität wird häufig eine Operation empfohlen. Bei kleinen Hunden, milden Teilrissen oder erheblichen gesundheitlichen Operationsrisiken kann in ausgewählten Fällen eine konservative Behandlung erwogen werden.

Die Entscheidung sollte nach orthopädischer Untersuchung und ausführlicher Beratung getroffen werden.

Was gehört zur konservativen Behandlung?

Eine konservative Behandlung kann unter anderem umfassen:

  • tierärztliche Schmerz- und Entzündungshemmung

  • konsequente Anpassung der Bewegung

  • Gewichtsreduktion bei Übergewicht

  • kontrollierte Physiotherapie

  • Muskelaufbau

  • Verbesserung von Stabilität und Koordination

  • Anpassung der häuslichen Umgebung

  • gegebenenfalls eine individuell angepasste Orthese

  • regelmäßige Verlaufskontrollen

Das Ziel besteht darin, Schmerzen zu reduzieren, die funktionelle Stabilität zu verbessern und die Muskulatur zu stärken.

Das gerissene Kreuzband wird dadurch jedoch nicht zuverlässig anatomisch wiederhergestellt. Eine bleibende Instabilität kann Arthrose und Meniskusschäden begünstigen. Insbesondere bei größeren oder aktiven Hunden reicht eine konservative Behandlung möglicherweise nicht aus.

Auch ein konservativ behandelter Hund benötigt einen strukturierten Rehabilitationsplan. Reine Schonung ohne gezielten Wiederaufbau führt schnell zu Muskelverlust.

Welche Operationsmethoden gibt es?

Für die chirurgische Behandlung stehen verschiedene Verfahren zur Verfügung.

TPLO

TPLO steht für Tibial Plateau Leveling Osteotomy. Dabei wird der obere Abschnitt des Schienbeins durchtrennt und so rotiert, dass sich der Winkel des Tibiaplateaus verändert.

Ziel ist es, die bei Belastung entstehende Vorwärtsbewegung des Schienbeins biomechanisch zu neutralisieren. Das gerissene Kreuzband wird dabei nicht ersetzt.

TTA

TTA steht für Tibial Tuberosity Advancement. Dabei wird der Ansatzbereich des Kniescheibenbandes am Schienbein nach vorne versetzt.

Auch dieses Verfahren verändert die Biomechanik des Kniegelenks, damit das fehlende Kreuzband während der Belastung funktionell weniger relevant wird.

Extrakapsuläre Stabilisierung

Bei der extrakapsulären beziehungsweise lateralen Fadenzügeltechnik wird das Knie durch ein außerhalb des Gelenks eingebrachtes Material stabilisiert.

Dieses Verfahren kommt häufiger bei kleineren oder leichteren Hunden zum Einsatz, kann aber abhängig vom individuellen Fall auch bei anderen Patienten gewählt werden.

Weitere Verfahren

Je nach Anatomie, Begleiterkrankungen und Erfahrung der operierenden Fachperson existieren weitere Techniken und Kombinationen.

Keine Operationsmethode ist für jeden Hund automatisch die beste. Systematische Übersichtsarbeiten zeigen, dass TPLO und TTA erfolgreiche Behandlungsoptionen sein können, die vorhandene Studienqualität aber keine pauschale Überlegenheit einer Methode in allen Fällen belegt.

Wird das Kreuzband bei TPLO oder TTA repariert?

Nein. Bei TPLO und TTA wird das gerissene Kreuzband üblicherweise nicht rekonstruiert. Stattdessen wird die Biomechanik des Kniegelenks so verändert, dass die Instabilität bei Belastung reduziert wird.

Das ist ein wichtiger Unterschied zu manchen Kreuzbandoperationen beim Menschen.

Verhindert eine Operation Arthrose?

Eine Operation kann das Gelenk stabilisieren und die Funktion verbessern. Bereits entstandene Gelenkschäden werden dadurch jedoch nicht rückgängig gemacht.

Auch nach erfolgreicher Operation kann sich Arthrose weiterentwickeln. Das Ausmaß kann unter anderem beeinflusst werden durch:

  • Dauer der Instabilität vor der Operation

  • Meniskusschäden

  • bereits vorhandene Arthrose

  • Körpergewicht

  • Gelenkform

  • postoperative Belastung

  • Muskulatur

  • mögliche Komplikationen

Eine Operation ist deshalb kein Abschluss der Behandlung, sondern der Beginn einer kontrollierten Heilungs- und Rehabilitationsphase.

Wie läuft die erste Zeit nach der Operation ab?

Die genauen Vorgaben hängen von Operationsmethode, Heilungsverlauf und Anweisungen der Tierklinik ab.

In der frühen Phase gelten meistens:

  • ausschließlich kontrollierte Leinenführung

  • kein Freilauf

  • kein Springen

  • kein Toben

  • keine engen oder schnellen Wendungen

  • Treppen nur nach Freigabe und kontrolliert

  • rutschfeste Böden

  • Schutz der Operationswunde

  • verordnete Medikamente zuverlässig geben

  • tierärztliche Kontrolltermine einhalten

Nach einer Knochenosteotomie wie TPLO oder TTA muss der durchtrennte Knochenabschnitt zunächst stabil verheilen. Dass der Hund das Bein bereits gut benutzt, bedeutet nicht, dass der Knochen vollständig belastbar ist.

Die Belastung darf nicht allein nach dem Verhalten des Hundes gesteigert werden.

Welche Warnzeichen können nach einer Operation auftreten?

Kontaktiere die behandelnde Tierarztpraxis oder Tierklinik bei:

  • zunehmender Schwellung

  • starker Rötung oder Überwärmung

  • austretender Flüssigkeit aus der Wunde

  • geöffneter Naht

  • Fieber

  • deutlicher Verschlechterung der Lahmheit

  • plötzlich vollständiger Entlastung

  • starken Schmerzen

  • auffälligen Klickgeräuschen mit erneuter Lahmheit

  • Erbrechen, Durchfall oder Futterverweigerung unter Medikamenten

  • Unfall, Sturz oder unkontrollierter Belastung

  • deutlicher Veränderung des Allgemeinzustands

Eine plötzlich schlechtere Belastung kann unter anderem auf einen Meniskusschaden, eine Reizung, Infektion oder ein Problem mit Implantaten beziehungsweise Knochenheilung hinweisen.

Welche Rolle spielt Physiotherapie vor der Operation?

Wenn es der Zustand zulässt, kann eine kurze präoperative Phase sinnvoll sein.

Mögliche Ziele sind:

  • Schmerzen und Schwellung beeinflussen

  • vorhandene Gelenkbeweglichkeit erhalten

  • Muskelabbau möglichst begrenzen

  • das andere Hinterbein und den Rumpf vorbereiten

  • kontrollierte Abläufe für die Zeit nach der Operation üben

  • den Halter in Trage- und Unterstützungsmaßnahmen einweisen

  • häusliche Risiken erkennen

Bei hochgradiger Instabilität dürfen keine belastenden Kräftigungsübungen erzwungen werden.

Welche Rolle spielt Physiotherapie nach der Operation?

Die Rehabilitation sollte an Operationsmethode, Gewebeheilung und individuelle Funktion angepasst werden.

Mögliche Therapieziele sind:

  • postoperative Schmerzen und Schwellung beeinflussen

  • Gelenkbeweglichkeit erhalten beziehungsweise wiederherstellen

  • eine kontrollierte Belastung fördern

  • Muskelabbau begrenzen

  • Oberschenkel- und Rumpfmuskulatur aufbauen

  • Koordination und Körperwahrnehmung verbessern

  • Kompensationsbelastungen reduzieren

  • die Belastbarkeit schrittweise steigern

  • die Rückkehr in den normalen Alltag vorbereiten

Eine systematische wissenschaftliche Übersichtsarbeit unterstützt den Einsatz postoperativer Rehabilitation. Die beste Studienlage innerhalb der untersuchten Maßnahmen bestand für therapeutische Übungen und Kälte-Kompressionsanwendungen, wobei die Qualität vieler Studien begrenzt war.

Entscheidend ist deshalb kein starres Standardprogramm, sondern ein zielorientierter Plan mit regelmäßiger Verlaufskontrolle.

Welche Maßnahmen können eingesetzt werden?

Abhängig von Heilungsphase und Befund können infrage kommen:

  • angepasste Kälteanwendung in der frühen Phase

  • sanfte manuelle Behandlung

  • vorsichtige Gelenkmobilisation

  • Narbenbehandlung nach vollständigem Wundverschluss

  • kontrollierte Gewichtsübernahme

  • isometrische Muskelaktivierung

  • langsames Leinengehen

  • Gewichtsverlagerungen

  • gezielter Muskelaufbau

  • Koordinationsübungen

  • später Cavaletti- und Podestarbeit

  • physikalische Anwendungen

  • individuell angepasstes Heimtraining

Instabile Untergründe und anspruchsvolle Übungen gehören nicht automatisch in die frühe Rehabilitation. Die Schwierigkeit muss zur Knochen- und Gewebeheilung sowie zur tatsächlichen Stabilität des Hundes passen.

Wann darf der Hund wieder länger laufen?

Die Steigerung richtet sich nach:

  • Operationsverfahren

  • Heilungsverlauf

  • Kontrolluntersuchung

  • gegebenenfalls Kontrollröntgen

  • Belastung des Beins

  • Gelenkbeweglichkeit

  • Muskulatur

  • Koordination

  • Reaktion am selben und folgenden Tag

Spaziergangsdauer und Trainingsanforderung sollten schrittweise verändert werden. Eine einmalige sehr lange Runde ersetzt kein regelmäßiges, kontrolliertes Training.

Eine Steigerung ist zu hoch, wenn anschließend beispielsweise auftreten:

  • verstärkte Lahmheit

  • längere Steifheit

  • Schwellung

  • Wärme am Knie

  • stärkere Entlastung

  • Probleme beim Aufstehen

  • Unruhe in der Nacht

  • Verweigerung der nächsten Aktivität

Wie kannst Du Deinen Hund zu Hause unterstützen?

Hilfreich sind:

  • rutschfeste Teppiche und Läufer

  • Absperren von Treppen

  • Verhindern von Sofa- und Bettsprüngen

  • gut gepolsterter Liegeplatz

  • kurzes Führen an Brustgeschirr und Leine

  • kontrollierter Löseplatz

  • gegebenenfalls eine geeignete Tragehilfe

  • gesundes Körpergewicht

  • zuverlässige Medikamentengabe

  • Dokumentation von Gangbild und Belastung

  • Einhaltung der Kontrolltermine

Kleine Hunde sollten beim Tragen unter Brustkorb und Becken gleichzeitig gestützt werden. Die Hinterhand darf nicht frei herunterhängen.

Kann man einem Kreuzbandriss vorbeugen?

Eine vollständige Vorbeugung ist nicht immer möglich, da Anatomie, Genetik und degenerative Prozesse eine wichtige Rolle spielen.

Beeinflussbare Faktoren sind jedoch:

  • gesundes Körpergewicht

  • regelmäßige, angepasste Bewegung

  • stabile Muskulatur

  • kontrollierter Trainingsaufbau

  • Vermeidung ständiger Überlastung

  • rutschfeste Böden

  • frühzeitige Abklärung wiederkehrender Lahmheiten

  • Behandlung von Patellaluxationen und anderen Fehlstellungen

  • ausreichende Regeneration

  • langsames Aufwärmen vor intensiver Aktivität

Ein gut trainierter Hund kann trotzdem einen Kreuzbandriss entwickeln. Muskulatur kann das Knie funktionell unterstützen, ein geschädigtes Kreuzband aber nicht zuverlässig ersetzen.

Wann sollte Dein Hund untersucht werden?

Eine zeitnahe tierärztliche Untersuchung ist notwendig, wenn Dein Hund:

  • plötzlich auf einem Hinterbein lahmt

  • ein Hinterbein vollständig entlastet

  • wiederholt nach Ruhephasen lahmt

  • das Bein beim Sitzen seitlich herausstellt

  • eine Schwellung am Knie zeigt

  • beim Aufstehen Schwierigkeiten hat

  • nach Belastung regelmäßig schlechter läuft

  • Muskulatur an einem Oberschenkel verliert

  • ein Klicken im Knie zeigt

  • sich nach kurzer Besserung plötzlich verschlechtert

Nicht jede Hinterhandlahmheit ist ein Kreuzbandriss. Auch Hüftprobleme, Patellaluxation, Verletzungen, Arthrose, Pfotenprobleme oder neurologische Erkrankungen können ähnliche Veränderungen verursachen.

Fazit: Stabilität, Schmerzmanagement und Rehabilitation gehören zusammen

Der Kreuzbandriss beim Hund ist häufig das Ergebnis eines fortschreitenden degenerativen Prozesses. Auch ein partieller Riss kann Schmerzen, Instabilität und Arthrose verursachen.

Ob eine konservative oder operative Behandlung sinnvoll ist, muss individuell entschieden werden. Körpergröße allein ist dabei nicht das einzige Kriterium.

Nach einer Operation ist die Stabilisierung des Gelenks nur ein Teil des Weges. Kontrollierte Rehabilitation, Muskelaufbau, Gewichtsmanagement und eine schrittweise Rückkehr zur normalen Belastung sind wichtige Bestandteile der weiteren Behandlung.

Mobile Hundephysiotherapie bei Kreuzbandriss in Bispingen und im Heidekreis

Hat Dein Hund einen diagnostizierten Kreuzbandriss oder benötigt er nach einer TPLO, TTA oder anderen Knieoperation physiotherapeutische Unterstützung?

Als mobile Hundephysiotherapeutin begleite ich Hunde in Bispingen, Soltau und im Heidekreis direkt in ihrer vertrauten Umgebung. Auf Grundlage des tierärztlichen Befundes, des Operationsberichts und der aktuellen Belastbarkeit erstelle ich einen individuell angepassten Therapie- und Trainingsplan.

Vorhandene Röntgenbilder, Operationsberichte, Nachsorgeempfehlungen und Medikamentenpläne kannst Du gerne zum Termin bereithalten.

Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine tierärztliche Untersuchung oder Diagnose.

© Pfoten.Fit. Hundephysiotherapie Denise Balazs

Alle Rechte vorbehalten

Ein Teil der Fotos wurde von © Deborah Schultz Fotografie erstellt und bearbeitet.